Monitoring von Flachdächern
Wie geht das? Was ist heute möglich?
Abdichtungen im Hochbau - für Flachdächer, Balkone, Terrassen oder Hallen - können auf verschiedenen Untergründen ausgeführt werden. In Frage kommen in der Regel Beton, Holz und Holzwerkstoffe bzw. Profilbleche. In der Mehrzahl der Fälle kommt ein Warmdach zur Ausführung, bei dem die Dämmung auf der Oberseite durch die Abdichtung des Flachdaches geschützt wird. Auf dem statisch tragenden Untergrund wird eine Dampfsperre - z.B. mit einer Bitumenbahn mit Alu-Einlage - verlegt. Diese verhindert den Eintrag von Wasserdampf in die Dämmung während der Heizperiode und schützt somit den Dachaufbau vor Kondensatbildung. Die Dämmwirkung eines Dämmstoffes sinkt mit dem Feuchtegehalt der Dämmung!
Ist nun ein Dachaufbau vom Dachdecker fertiggestellt und hat man auch das Dach auf Dichtheit überprüft, so stellt sich für manchen Bauherrn, Investor oder den Facility Manager die Frage:
- Wie sieht es im Dachaufbau nach 10 Jahren aus?
- Ist das Dach noch dicht, oder steht schon Wasser im Warmdach-Aufbau?
Seit einigen Jahren werden zu diesem Zweck vermehrt Kontrollstutzen in den Dachaufbauten verbaut. Dabei handelt es sich um wärmegedämmte Einbauten, die auch leicht nachgerüstet werden können, und jederzeit einen Blick in den Dachaufbau ermöglichen.
Doch Achtung bei der Kontrolle!
Stehendes Wasser auf der Ebene der Dampfsperre sollte nicht vorhanden sein, Feuchtigkeit an den Fingern, wenn man in den Kontrollstutzen greift ist aber normal. Auch eine geringe Kondensatbildung im Deckel des Kontrollstutzens oder an der Wand sind nicht zu verhindern!
Verstärkt werden auch Feuchtesensoren (Punktsensoren oder Bänder) in Bauwerken eingebaut, um Bauteilfugen oder ganze Dachaufbauten im Sinne eines Monitorings permanent überwachen zu können.
Unter Monitoring bei einem Flachdach versteht man die kontinuierliche Überwachung des Dachzustands mit Hilfe technischer Sensoren oder regelmäßiger digitaler Kontrolle, um Schäden frühzeitig erkennen und Folgekosten vermeiden zu können.
Gemessen werden zumeist Feuchte oder Temperatur. Sensoren können aber auch eine Schneelast oder Wasseransammlungen (Ponding) erkennen. Ungewöhnliche Verformungen der Dachkonstruktion, wie auch Verstopfungen von Dachabläufen oder Notüberläufen lassen sich durch geeignete Sensoren überwachen.
Alle Messwerte können gespeichert, analysiert und in einer App dem Nutzer / Betreiber gemeldet (z. B. Alarm bei Grenzwertüberschreitung) werden. Dies erhöht die Sicherheit und reduziert Wartungs- und Instandhaltungskosten.
Als Punktsensoren sind z.B. der Roofprotector (https://webportal.roofprotector.at/) oder das Monitorix System zu empfehlen (https://www.sihga.com/roof-iot/).
Auch für Flächensensoren, die im Dachaufbau auf der Ebene der Dampfsperre verbaut werden, gibt es mittlerweile ein breite Anzahl von Anbietern. Auch diese können in eine Smart-Home-Lösung eingebunden werden.
Dipl.-Ing. Dr. techn.
Hannes LEHNER
Allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierten Sachverständiger,
eingetragen für das Fachgebiet
73.20 Asphaltiererarbeiten, Isoliererarbeiten, Schwarzdeckerarbeiten;
Nur für: Abdichtungsmaßnahmen gegen Feuchtigkeit; Nicht für: Asphaltiererarbeiten
Mitglied im Bundesverband für Schimmelsanierung und Technische Bauteiltrocknung


